Schaubrauerei in Holzgau

Biererlebnis in Holzgau in neuen Räumen

Seit 2008 verwöhnen die Wirtsleute Inge und Hubert Hosp ihre Gäste mit selbstgebrautem Bier

Brauereibesichtigung und Führungen -                     Video Brauerei - Dorf-Alm

Nun ist die ursprünglich im Gastraum der Dorf-Alm installierte Brauanlage in ein urgemütliches neuerbautes Gebäude neben der  Dorf-Alm übersiedelt. Aber nicht nur der Bau ist neu, auch in die  Brauanlage hat Hubert Hosp kräftig investiert. So kann der interessierte Besucher einiges über das „Bierbrauen“ lernen.

 

Urgemütlich ist es im neuen Schauraum, so dass man gar nicht vermuten würde, dass der Raum erst dieses Jahr fertig gestellt wurde. Bei der Innenausstattung wurden alte Hölzer, wie z. B. ein Scheunentor, alte Balken und stimmungsvolle Requisiten verwendet.

 

In dem neu gebauten „Schauraum“ bietet der autodidaktische Bierbrauer Führungen an. Hier kann der Besucher alle Stationen des Bierbrauens kennen lernen. Hubert Hosp erklärt mit sichtlicher Liebe zum Detail welche Stationen das Bier beim Brauen durchlaufen muss. Maischen, Läutern, Hopfenkochen, Kühlen, Vergären, Abfüllen in die Stahltanks und der abschließende, einige Wochen dauernde, ähnliches Gebräu hergestellt.

 

Bei der anschließenden Bierverkostung kann der Besucher zwischen einem naturtrüben hellen Lagerbier, einem süffigen malzbetonten dunklen Lagerbier und einem  naturtrüben hellen Weißbier wählen. Alle Biere sind ungefiltert naturtrüb. Hier sind alle Bestandteile natürlich, angefangen vom guten Lechtaler Wasser bis hin zum Hopfen, den er aus der Hallertau  und aus. Tettnang, den beiden bekanntesten Hopfenanbaugebieten Deutschlands bezieht. Alle drei Biersorten laufen unter dem Namen „Stricker Bier“, der sich auf den Hausnamen der Familie Hosp bezieht.

 

Mit der hauseigenen Brauerei hat Hubert Hosp ein Hobby zur Profession gemacht. Mit der Begeisterung, mit der er über seine neue Brauanlage und das Bierbrauen im Speziellen spricht, kann man sich gut vorstellen, dass dies für Einheimische und Gäste gleichermaßen zu einer weiteren Attraktion im Lechtal wird.

 

Sibylle Greißl-Hertrich

 

   

Die Wirtsleut'  - Inge und Hubert Hosp

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Brauvorgang
Wie entsteht das Stricker Bier?

 

Zunächst wird das Malz in einer Mühle zu Schrot gebrochen. Dann wird das Malzschrot sorgfältig durch die kleine Pforte in den Sudkessel geschüttet, in dem angewärmtes Brauwasser wartet. Miteinander vermischt entsteht so die "Maische". Durch behutsames Erwärmen löst sich nun die Stärke aus dem Malzschrot im Wasser. Eine Vielzahl von Enzymen, die das Malzkorn selbst gebildet hat, beginnen nun ihre zuckersüße Arbeit. Sie verwandeln die Stärketeilchen in Zucker.

Der Bierbrauer weiß genau, bei welchen Temperaturen sie das am liebsten tun und stellt sie danach ein. Etwa eine Stunde lässt er ihnen Zeit dazu, dann nimmt er mit einem kleinen Porzellanschälchen eine Probe und prüft die "Verzuckerung".

Hat die Maische die Prüfung bestanden, kommt sie in den Läuterbottich, denn nun sollen die flüssigen von den festen Teilen, den Trebern, befreit werden.

Im Läuterbottich hat der Boden viele kleine Löcher. Durch diese kann die extraktreiche Würze hindurchfließen in den Sudkessel. Die Treber bleiben im Bottich.

Langsam und vorsichtig lässt der Brauer etwa 90 Minuten immer wieder Brauwasser in den Bottich rieseln, um so den kostbaren Extrakt auszuwaschen. Der Brauer sagt: "Er läutert ab." Ständig nimmt er Proben und kontrolliert mit seiner Meß-Spindel den Gehalt der Würze. Wenn diese stimmt, kann die Sudpfanne aufgeheizt und die Würze zum Kochen gebracht werden. In die kochende Würze kommt nun, genau abgewogen, der Hopfen als Aromaspender. Öffnet man jetzt das Türchen der Pfanne, verbreitet sich der typisch aromatische Duft von Hopfen und Würze im Brauhaus. Ein Vorgeschmack auf den kommenden Genuss. Gute 90 Minuten wird die Würze gekocht, bis der Hopfen sein Aroma abgegeben und die Würze die vorgesehene Stammwürze von mindestens 12% erreicht hat.

Ganz genau muss jetzt die Menge jedes einzelnen Sudes bestimmt werden (für die Biersteuer nämlich). Dazu hat der Brauer eine hölzerne Meßlatte, mit der er den Sud "absticht" und in das Sudbuch einträgt. Beim kochen haben sich in der Würze Flocken gebildet, die aus überschüssigem Eiweiß bestehen. Um diese und den ausgelaugten Hopfen auszuscheiden, wird die Würze in einen Absetzbottich gepumpt.

Der Sud ist fertig.

Von hieran geht's abwärts, denn nun beginnt der kalte Teil im Werdegang des "Stricker Bier" und der findet im Keller statt. Abgekühlt auf etwa 6° Grad und gut belüftet trifft die Würze im Gärbottich auf die Aromastärke, die sich sofort daran macht, den Malzzucker der Würze zu "verspeisen" und daraus Alkohol und Kohlensäure zu machen. - Nach etwa 4 Tagen ist es dann geschafft, und unter ständiger Aufsicht ist aus der Würze "Stricker Bier" geworden.

noch „jung" aber schon unverkennbar ein Stricker Bier

Zu guter Letzt braucht das Bier nun noch Ruhe zum Reifen. Umgelagert in den kalten Lagertanks wird bei etwa 1° Grad - in 4 Wochen - ein Teil der Hefezellen ausgeschieden. Der Geschmack "rundet sich ab" und "Stricker Bier" bildet seinen unverwechselbaren vollmundigen Charakter und schafft die Garantie für seine hervorragende Bekömmlichkeit.

Warum ist "Stricker" eigentlich trüb?


Nun, das Bier wird wie Anno Dazumal gebraut. Richtig reif, voll würzig und trüb von zahllosen Bierhefezellen kommt es direkt aus dem Lagerkeller zu Ihnen und bringt die natürliche Trübung der geschmacksstarken Bierhefe mit.

Und nun: Zu Ihrer Gesundheit und auf Ihr Wohl.

 

 

 

Informationen für BIERDECKELSAMMLER